Kräuterpflege im Winter

Herbst & Winter im Kräuter-Garten

Einfach im Gartenbeet überwintern

Bei vielen Kräutern handelt es sich um Stauden. Die sommergrünen werfen ihre oberirdischen Teile im Herbst ab und treiben im Frühling aus dem Wurzelstock wieder komplett neu aus. Dazu zählen zum Beispiel Minze, Zitronenmelisse und Oregano. Von diesen Kräutern kann man vor dem Winter die gesunden Blätter ernten und trocknen. Dafür die Kräuter samt Stängel abschneiden, eventuell vorhandene Blütenstände entfernen und auf ein Backofenrost legen. Die Kräuter im Ofen bei 50 Grad Celsius mit offener Ofentür trocknen, bis sie beim Zerbrechen knistern. Aber Vorsicht: Die Blätter sollen dabei nicht braun werden, sonst sind sie vertrocknet. Danach die Kräuter in einer Blechdose oder in dunkel getönten Glasbehältern lagern. Sie lassen sich bestens für Tee nutzen.

Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt

Manche Kräuter verholzen mit den Jahren. Das heißt, ihre Triebe entstehen nicht jedes Jahr aus dem Wurzelstock neu, sondern sie entwickeln einen festen Stamm, aus dem sie im Frühling frisch austreiben. Zu diesen Kräutern gehören z. B. Lavendel, Salbei, Thymian, Ysop oder Bohnenkraut. Von diesen Kräutern sollte man im Herbst nur noch Stängel nach Bedarf ernten. Sie brauchen das diesjährige Laub als Winterschutz. Erst um Ostern herum werden sie kräftig zurückgeschnitten. Bei Salbei erkennt man schon im Herbst, wo die Blätter am Stamm sitzen, die im kommenden Jahr stärker austreiben und größer werden.

Geschützter Platz erwünscht

Neben den winterharten Kräutern gibt es auch einige, die zwar einige Minusgrade vertragen, aber vor zu starkem Frost, vor allem ohne Schnee, geschützt werden müssen. Hierzu zählen buntlaubiger Salbei, Lorbeer oder Rosmarin. Wer die Pflanzen nicht ins Haus holen kann schützt sie mit einem kräftigen (mind. 90 g/m2) Vlies vor der Kälte. Die Kräuter werden umwickelt. Dabei können kräftige Bambusstäbe als Gerüst helfen. Zusätzlichen Schutz erhalten die Pflanzen durch eine fünf Zentimeter dicke Laubmulchschicht. Diese Arbeit sollten vor den ersten Nachtfrösten erledigt sein.
Sehr empfindlich Kräuter wie z. B. Zitronenverbene, Basilikum und alle Duftpelargonien vertragen keine Minustemperaturen und müssen unbedingt ins Haus geholt werden. Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit sind dabei wichtig für die erfolgreiche Überwinterung.