Das Geheimnis des Duftes

Der Duft von Blumen ist – wissenschaftlich betrachtet – reiner Überlebenszweck. Blumen locken mit ihren Aromen einerseits bestäubende Insekten an, andererseits schützen sie sich damit vor Fressfeinden. Davon profitieren vor allem wir Menschen.

Bienen beispielsweise lieben den Duft von Lavendel. Schafe meiden ihn, weil er ihnen zu scharf ist. Auf uns Menschen hingegen hat Lavendel eine beruhigende Wirkung. Er bringt Körper und Seele ins Gleichgewicht und hilft beim Einschlafen. Eine klassische Win-Win-Situation für Mensch, Pflanze und Tier.

Es gibt zahlreiche Pflanzen, die besonders in den Abendstunden blühen, weil sie auf Nachtfalter und nachtaktive Insekten für die Bestäubung angewiesen sind. Andere wiederum duften stärker am Morgen, sobald die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, denn da fliegen besonders viele Bienen und Wildbienen.

Es lohnt sich daher, den optimalen Zeitpunkt für den Schnitt von Duftblüten zu kennen, so kann man den Duft besser einfangen.

Bereits in der Antike begeisterte der Duft der Blüten die Menschen so sehr, dass Aromatherapie und Parfümherstellung eine größere Rolle spielten. Im alten Ägypten wurden so die ersten Duftmischungen hergestellt.

„Himmel und Erde sollen überfließen von Weihrauch und der Duft soll im Fürstenhaus sein. Rein und makellos sollst du sie mir darbringen, damit Salbe für die göttlichen Glieder daraus ausgepresst wird.“
– Königin Hatschepsut, 1490–1469 v. Chr.


Heute orientieren sich die modernen Parfums eher an den Pflanzendüften, sind aber zumeist synthetisch hergestellt worden. Eine Aromagewinnung aus Pflanzen kann nur selten in großen Mengen erfolgen, daher sind die meisten Duftnoten künstlich. Nur die meisten ätherischen Öle stellen eine Ausnahme dar und sind natürlich.

Der glückliche Gärtner aber kann sich aus dem Garten bedienen, wenn er geschickt gepflanzt hat. Ein Strauß Phloxe, Rosen, Pfingstrosen oder Fliederblüten hält sich noch lange in Innenräumen.

Das Geheimnis des Duftes