Blüht bis zum Winter

Eine Staude, die erst in den letzten Jahren so richtig bekannt geworden ist, doch oftmals noch ganz falsch eingeschätzt wird, ist die Prachtkerze (botanisch Gaura lindheimerii). Reichblütig, zäh und blühfreudig bis zum Winter, ist sie eine Bereicherung im Sonnenbeet.

 Oft als unscheinbar bezeichnet, als zu kurzlebig beschrieben, oder als Mimose, die viel Pflege braucht - dies entspricht alles nicht unserer Erfahrung. Die Gaura oder Prachtkerze, auch Präriekerze genannt, erfreut sich zunehmender Beliebtheit und ist aus dem herbstlich blühenden Präriebeet oder einem naturhaft gestalteten Garten kaum mehr wegzudenken.

Weiße Sorten wie 'Whirling Butterflies' wirken tatsächlich, als würden hunderte kleine weiße Schmetterlinge umherfliegen. Die Blüten dieser Nachtkerzenart öffnen sich nur einen Tag lang -  es sind aber so viele, dass zählen schwierig wird. Diese Sorte entspricht noch am ehesten der ursprünglichen Form, die mit 100 bis 150 Zentimetern Höhe und fast gleicher Breite aus Nordamerika zu uns kam. Sie wächst horstig, ist kalktolerant, entwickelt tiefe Wurzeln und übersteht recht mühelos Präriebrände (in Amerika) und heiße Sommer ohne Wasser (bei uns).

Die pinken und zart-rosafarbenen Blüten von Sorten wie 'Gambit Rose' dagegen sind echte Eye-Catcher, denn sie haben eine ausgezeichnete Fernwirkung im eher braun-gelben Oktober. In den letzten Jahren wurden sehr viele Sorten der Prachtkerzen gezüchtet. Die erste pinkfarbene Sorte war 'Siskiyou Pink' in einem zarten Magenta, aber ebenso reichblühend und starkwüchsig wie die Art. 

Neu hinzu kamen niedrigere Züchtungen für den Blumenkasten, wie 'Lollipop Pink', oder 'Pink Dwarf' mit 30 bis 50 Zentimetern; solche mit roten Blütenstängeln wie 'Rosy Jane' und dunkelrotem Laub. Und Sorten mit mehrfarbigen oder gar gefüllten Blüten. Diese sind aber nicht samenfest und meist nicht so robust oder winterhart wie die höheren Sorten.

Pflege und Standort: 

Da die Prachtkerze tatsächlich relativ gut hitzeverträglich ist, kann sie bedenkenlos in die volle Sonne oder vor eine Südwand gepflanzt werden, kümmert aber in einem zu schweren, lehmigen Boden. In diesem Fall sollte man den Boden mit Splitt und Sand auflockern und gut umgraben, sodass vor allem im Winter das Wasser gut abziehen kann, denn Winternässe verkürzt das Leben dieser schönen Pflanze. Nur in den ersten Monaten sollte sie immer mal wieder gegossen werden, danach braucht sie kaum Pflege. Bitte sparsam düngen, denn dann leidet die Standfestigkeit und die Blütenstängel werden überlang.

An zusagenden Plätzen kann sie sich auch versamen, jedoch wird sie selten lästig. Man sollte in diesem Fall die noch jungen Triebe zügig aus der Erde ziehen, denn mit den tiefen Pfahlwurzeln sind sie -  eimal festgewachsen -  nicht mehr ganz so leicht zu entfernen. In milder Weinbauregion braucht die Staude keinen Winterschutz, in rauhen Lagen reicht es, sie im Winter bodennah abzuschneiden und mit etwas Reisig zu bedecken. Sie hält Kälte bis zu - 15 Grad Celsius aus - aber icht sehr lange.

Zur Sicherheit können die Pflanzen auch erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden, denn dann wirkt das Laub gleich als Winterschutz. Aus den abgeschnittenen Triebspitzen können auch Stecklinge gezogen werden, jedoch Teilen lässt sie sich nicht.

Prachtkerzen entwickeln sich eher spät im Jahr: sie fangen in der Regel erst Mitte Mai an zu treiben und können daher sehr gut mit Frühjahrsblühern wie Tulpen oder Zierlauch kombiniert werden, die vorher viel Platz brauchen. Wird die Pflanze zu groß, kann sie auch zurückgeschnitten werden, wächst dann aber stärker in die Breite. Sie eignet sich gut als Unterpflanzung für Rosen, passt zu Salbei und Sonnenhut und kann auch unter Gehölzen im lichten Halbschatten eine gute Figur machen, denn sie verträgt Wurzeldruck relativ problemlos.

Viele Bienen und Schwebfliegen freuen sich zudem sehr über das späte Nektarangebot im Jahr.

Unsere Sortenauswahl finden sie im Online-Shop.

Gaura lindheimerii

Gaura lindheimerii