Allgemeine Pflegehinweise

Grundlagen

Für eine dauerhafte Staudenmischpflanzung müssen Standort und Lebensbereiche der Stauden, sowie deren Eigenschaften beachtet werden. Eine mangelhafte Planung und Ausführung kann durch die nachfolgende Pflege nicht ausgeglichen werden. Im Gegenteil: Sie erschwert die Pflege ungemein.

In den ersten zwei bis drei Jahren ist die Pflege einer Staudenmischpflanzung relativ aufwendig. Die Pflegehäufigkeit und -intensität lassen jedoch mit fortschreitender Entwicklung der Pflanzung nach.

Zwei Pflegevarianten

Variante A mit vier bis sechs Pflegegängen pro Jahr

Vorteile:

Durch die Häufigkeit der Pflegegänge verkürzt sich die Dauer der einzelnen Pflegegänge. Unerwünschter Bewuchs kann frühzeitig vor Ausbreitung entfernt werden.

Nachteile:

Häufige Anfahrten und Rüstzeiten.

Variante B mit zwei bis drei Pflegegängen pro Jahr

Vorteile:

Weniger Anfahrten und Rüstzeiten.

Nachteile:

Unter Umständen ensteht ein erhöhter Zeitbedarf bei den einzelnen Pflegegängen. Unerwünschter Bewuchs hat eher die Möglichkeit sich auszubreiten.

Rückschluss

Der Anfahrtsweg, die Kapazität und das Pflege- sowie Gestaltungsziel sind die entscheidenden Faktoren für die Auswahl der Pflegevariante.

 

Variante AAprMaiJunJulAugSepOktNov
Pflege Jahr 1AnfangEndeAnfangEndeEnde
Pflege Jahr 2AnfangEndeAnfangEndeEnde
Pflege FolgejahreAnfangAnfangAnfangAnfang
Variante BAprMaiJunJulAugSepOktNov
Pflege Jahr 1AnfangAnfangEnde
Pflege Jahr 2AnfangAnfangEnde
Pflege FolgejahreAnfangAnfangEnde

 

Jäten

Das Jäten der Unkräuter darf nur durch Ziehen oder Ausstechen erfolgen. Hacken beschädigt die Pflanzen und die Mulchdecke. Das Eindringen von Krankheiten und die Keimung von Unkräutern kann die Folge sein. Hinweis: Auf gemulchten Flächen verbietet sich das Hacken von selbst.

Wässern

Je nach Bedarf ist das Wässern in den ersten zwei Vegetationsperioden notwendig. Sonst nur bei extremer Trockenheit. Zu häufiges Wässern fördert das Wachstum von nicht steppenartigen Pflanzen und verfälscht den Charakter der Pflanzung.

Düngung

Im Allgemeinen sind Stauden sehr genügsam. Es sollte daher nur bei deutlich erkennbaren Mangelsymptomen gedüngt werden.

Rückschnitt

Der Komplettrückschnitt sollte immer vor dem Austrieb der ersten Zwiebelgewächse von Januar bis März erfolgen. Eine Komplettmahd kann mit Maschinen (Balkenmäher oder Heckenschere) erfolgen, wobei die speziellen Pflegemaßnahmen der einzelnen Arten beachtet werden sollten. Halbsträucher sind vom maschinellen Rückschnitt ausgenommen. Nach dem Rückschnitt muss das Schnittgut von der Fläche entfernt werden.

Nachmulchen

Bei organischem Mulchmaterial wie Kompost oder Rinde sollte mindestens alle zwei Jahre nachgemulcht werden, je nach Abnutzung auch früher. Mineralischer Mulch hält meist länger, sollte jedoch ebenfalls bei Bedarf nachgemulcht werden. Eine Mindestdicke von 5 cm ist für eine gute Wirksamkeit erforderlich.

Kontrolle ausbreitungsstarker Arten

In Bezug auf die Konkurrenzkraft sind die Staudenmischungen ausgewogen zusammengestellt. Während in den ersten Pflegejahren hauptsächlich Unkraut gejätet werden muss, ist in älteren Pflanzungen darauf zu achten, dass das Artengleichgewicht erhalten bleibt. Dazu gehört z. B. ein Sommerrückschnitt bei Gaura lindheimeri oder die Verkleinerung der Horste bei Phlomis russeliana.

Bodenvorbereitung

Für den Erfolg der Pflanzung sind ein unkrautfreier Boden und angepasste Bodenverhältnisse wichtig.